Theodor Storm, Dichter und Novellist (1817 – 1888), geboren und aufgewachsen in Husum ist er ein echtes Kind der Nordsee. Viele seiner Gedichte und Texte haben das Meer oder das Leben am Meer zum Thema:
Meeresstrand
Ans Haff nun fliegt die Möwe,
Und Dämmrung bricht herein;
Über die feuchten Watten
Spiegelt der Abendschein.
Graues Geflügel huschet
Neben dem Wasser her;
Wie Träume liegen die Inseln
Im Nebel auf dem Meer.
Ich höre des gärenden Schlammes
Geheimnisvollen Ton,
Einsames Vogelrufen –
So war es immer schon.
Noch einmal schauert leise
Und schweiget dann der Wind;
Vernehmlich werden die Stimmen,
Die über der Tiefe sind.
Die Möwe und mein Herz und Auf dem Küstensande sind weitere Nordseegedichte. Erst 1991 wurde sein schon zu Lebzeiten geplantes Neues Gespensterbuch mit Geschichten aus Schleswig-Holstein veröffentlicht. Die Regentrude und Eine Halligfahrt sind solche mystischen Geschichten. Auch seine für jüngere Leserinnen und Leser geschriebene Novelle Pole Poppenspäler ist in seiner Heimat angesiedelt. Kurz vor seinem Tod schrieb er Der Schimmelreiter nach einer alten Sage. Im Mittelpunkt der Novelle steht der Deichgraf Hauke Haien, der eine neue Deichform erfindet und Neid und Intrigen erntet. Zur Kontrolle des Deiches reitet er mit seinem Schimmel immer wieder seinen Deich ab. Bei einer Sturmflut verliert er Frau und Kind und kommt selbst zu Tode.
Im Theodor-Storm-Haus in Husum kann man sich heute über das Leben und Wirken des berühmten Dichter informieren.