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Nordseekrimi


Foto: pixelio.de

5

Ben stand hilflos vor dem leblosen Körper des jungen Mannes. Er war groß, mindestens 1,90 Meter, hatte dunkle Haare aber einen blassen Teint. Die grünen Augen waren noch geöffnet. Ben sah zum ersten Mal eine Leiche. Immer wieder musste er den Impuls unterdrücken, mit dem Mann zu sprechen. Er kam ihm vage bekannt vor. Das konnte nicht sein, er hatte außer zu Volontären keinen Kontakt zu Zwanzigjährigen.

Die Kripo musste bald kommen, er hatte sie mit seinem privaten Handy informiert. Nur seine Freunde hatten die Nummer und niemand aus dem Sender. Er trennte Job und privat messerscharf. Wenn er am Deich war, wollte er entspannen. Diesmal war er so ruhebedürftig, dass er sich nicht mal bei seinen besten Freunden abgemeldet hatte. Bisher hatte er es genossen, sich vorzustellen, dass sein Diensthandy in seiner Hamburger Wohnung vor sich hin dudelte, während er die Füße vor dem Kamin ausstreckte.

Im Moment wäre ihm lieber gewesen, mehr Leute wüssten, wo er sich aufhielt. Er hörte das Knirschen von Reifen auf dem Kiesweg. „Das wird die Kripo sein,“ dachte Ben und wollte schon erleichtert auf den Hof treten. „Aber wenn es nicht die Polizei ist sondern die Mörder noch mal wiederkommen,“ schoss es durch seinen Kopf und er knipste die Taschenlampe aus.

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