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Joachim Ringelnatz

Literaturempfehlung

Joachim Ringelnatz alias Hans Bötticher (1883 – 1934), kam in Thüringen zur Welt, träumte aber von der Seefahrt. Als Schiffsjunge bereiste er die ganze Welt, später kam er zur Marine. Viele Gedichte beschäftigen sich mit dem Leben als Seemann:

Segelschiffe

Sie haben das mächtige Meer unterm Bauch
Und über sich Wolken und Sterne.
Sie lassen sich fahren vom himmlischen Hauch
Mit Herrenblick in die Ferne.

...

oder:

Hafenkneipe

In der Kneipe ´Zum Südwester`
Sitzt der Bruder mit der Schwester
Hand in Hand.

Zwar der Bruder ist kein Bruder,
Doch die Schwester ist ein Luder
...

Die Kriegszeit hat Ringelnatz unter anderem in seinem 1931 geschriebenen Werk Als Mariner im Krieg verarbeitet. In der Zeit, als er vier Jahre lang einen Außenposten bei Cuxhaven besetzte, genau 1919, nahm er sein Pseudonym Joachim Ringelnatz an. Eventuell erinnert der Name an das seemännische „Ringelnass“ für Seepferdchen, dem er auch ein Gedicht widmete:

Seepferdchen

Als ich noch ein Seepferdchen war,
Im vorigen Leben,
Wie war das wonnig,wunderbar
Unter Wasser zu schweben.
...

Besonders bekannt sind seine humorvollen Turngedichte und die derben Geschichten und Gedichte

Vom Seemann Kuttel Daddeldu

Eine Bark lief ein in Le Haver,
Von Sidnee kommend, nachts elf Uhr drei.
Es roch nach Himbeeressig am Kai,
Und nach Hundekadaver.
Kuttel Daddeldu ging an Land.
Die Rü Albani war im bekannt.
...

In Cuxhaven gibt es ein Ringelnatzmuseum. Anläßlich des 100sten Geburtstags von Ringelnatz 1983 entschied der Rat der Stadt alle zwei Jahre einen Ringelnatzpreis für Lyrik und einen Nachwuchspreis zu vergeben, 2006 zum dritten Mal.

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